Geschichte

Gemeinde Schinznach ab 01.01.2014

Die Gemeinden Oberflachs und Schinznach-Dorf haben sich per 1. Januar 2014 zur Gemeinde Schinznach zusammengeschlossen.

An der ersten Gemeindeversammlung vom 29. November 2013 wurde das neue Wappen genehmigt. Es hebt sich deutlich von den ursprünglichen beiden Gemeindewappen von Oberflachs und Schinznach-Dorf ab. Der Rebstock steht für den Weinbau, der Wellenfluss für die Fliessgewässer Talbach und/oder Aare, die zwei Trauben für je eine ehemalige Gemeinde. Der Rebstock wächst s-förmig am gelben Stickel empor. Dieses S weisst auf den Anfangsbuchstaben der neuen Gemeinde Schinznach hin.

 

 

 

Gemeinde Oberflachs bis 31.12.2013

Oberflachs ist eine der kleinsten Gemeinden des Kantons und liegt nahe am Ausgang des Schenkenbergertals. Es zeigt sich in seiner ursprünglichen Form als typisch dreistrahlige Siedlung. Urkundlich wurde das Dorf erstmals 1301 unter dem Namen "Obernflacht" erwähnt. Es muss aber schon vor dieser Zeit zusammen mit der Doppelburg Castelen/Ruchenstein unter kyburgischer Oberhoheit bestanden haben.

Das Wappen, drei gekreuzte Flachsblumen, hat mit dem ursprünglichen Namen "Bei der oberen flachen Stelle" nichts zu tun. 1301 und 1311 erwarben Albrecht und Berchtold von Mülinen, Angehörige eines habsburgischen Dienstmannengeschlechts, die beiden Burgen und das Dorf Oberflachs. Die Herrschaft der von Mülinen dauerte über 300 Jahre, selbst als die Berner 1415 Lehensherren im Schenkenbergertal wurden. Mülinen-Wappen existieren heute noch an drei Gebäuden des Dorfes. 1631 gelangte Oberst Hans Ludwig von Erlach in den Besitz der beiden Burgen und des Dorfes.

Das Grab dieses berühmten Berner Adligen befindet sich in der Kirche von Schinznach-Dorf. In der Folgezeit übten die Herren von Castelen die niedere Gerichtsbarkeit aus und besorgten die Entgegennahme des Zehnten. Heute noch stehen zwei Zehntenstöcke und das ehemalige Untervogthaus im historischen Dorfteil, dem sogenannten Adelboden. Ab 1732 war Castelen lange Zeit Landvogteisitz. Mit der Entstehung des neuen Staates Aargau 1803 wurde Oberflachs autonome Gemeinde. Eine grosse Feuersbrunst im Jahre 1817 zerstörte ungefähr einen Drittel des Dorfes. 25 Haushaltungen, insgesamt etwa 150 Personen, verloren dabei ihr ganzes Hab und Gut. Der Adelboden, der eigentliche Kern des Dorfes, blieb verschont. Ein weiteres Grossfeuer ereignete sich 1907. Damals brannte das Schloss Castelen, das zirka 50 Jahre vorher Erziehungsheim geworden war, fast vollständig aus. Adolf Haller beschreibt das Ereignis in seinem Buch "Der verzehrende Brand".

Oberflachs gehörte von je her zur Pfarrei Veltheim. In der Reformationszeit 1531 soll sich in Oberflachs ein Blutwunder ereignet haben (Zwingliana Bd. III Seite 177). Der Wiener Bischof Johannes Faber schrieb darüber: "Im Bernergebiet, nit weit von Brugk ist uff sant Jacobs tag in eins bauren hauss recht blut under der schwel sichtparlich herausgerunnen." Die Oberflachser Bevölkerung lebte bis in die Neuzeit fast ausschliesslich von Landwirtschaft und Rebbau. An Industrie und Gewerbe hat das Dorf bis heute wenig aufzuweisen. Die Güterregulierung 1932/37 brachte durch Arrondierungen wesentliche landwirtschaftliche Verbesserungen, aber mit der strukturellen Wandlung in unserem Jahrundert wurde die Zahl der bäuerlichen Betriebe stark rückläufig, während sich diejenige der auswärts Berufstätigen stark vergrösserte. Der Rebbau dagegen hatte sich nach seinem Tiefstand um die Jahrhundertwende recht erfreulich erholt.

Zu den bedeutendsten alten Bürgergeschlechtern der Gemeinde Oberflachs gehören: Fricker, Käser, Leder, Süess, Weber und Zimmermann.

Gemeinde Schinznach-Dorf bis 31.12.2013

Schinznach-Dorf wurde am 13. März 1189 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Papst Clemens III nimmt das Kloster Muri samt seinem Besitz, worunter "predium Schincennacho" aufgeführt ist, in seinen Schutz. Das Dorf war fest in habsburgischer Hand, bis zu dem Zeitpunkt, als die Habsburger in Sempach am 9. Juli 1386 in einer entscheidenden Schlacht geschlagen wurden. 1415 übernahmen die Berner die Macht im Aargau, zuerst rechts der Aare, dann ab 1460 auch links der Aare.

Die französische Revolution brachte die jahrhundertealte Berner Herrschaft zum Verschwinden. Am 12. April 1798 wurde im Aargau die "eine und unteilbar Republik" ausgerufen. Die fränkische Nation aber, in welcher die hiesigen "Patrioten" nur Freunde erblickt hatten und die Freiheit und Gleichheit hätte bringen sollen, plünderte die Schweiz aus, nicht etwa nur die verhassten Aristokraten von Bern. Sie beherrschte die Schweiz zu ihrem Vorteil. Die neue einheimische Regierung war nicht frei, die neue zentralistische Verfassung aufgenötigt worden. Die ständigen Zwistigkeiten waren so gross, dass es zu Verhandlungen in Paris kam. Mit der Mediationsverfassung vom 19. Februar 1803 war der heutige Kanton Aargau von Napoleons Gnaden gegründet. 

Bis 1938 gab es die zwei politischen Gemeinden Schinznach auf der linken und Birrenlauf auf der rechten Aareseite. Die berühmte Schwefelquelle wurde 1654 im Gemeindebann von Schinznach entdeckt, aber schon 1670 durch einen Laufwechsel der damals verwilderten Aare verschüttet. 1691 wurde sie auf der rechten Aareseite, also im Gemeindebann von Birrenlauf, wieder entdeckt. Aber getauft ist getauft. Das Bad behielt den Namen Schinznach. Das im Jahre 1858 noch kleine Dorf Birrenlauf erhielt nur wegen des berühmten Bades eine Bahnstation, aber mit dem Namen Schinznach-Bad, den dann auch die Post übernahm. Dies gab zu endlosen Verwechslungen Anlass, so dass die Gemeinde Birrenlauf nun seit 1938 Schinznach-Bad und Schinznach den offiziellen Namen Schinznach-Dorf trug.

 CD Demoversion Geschichte

Wappen der Schinznacher Familien  [PDF, 716 KB]

 

zum Seitananfang